Ruth C. Cohn

Dr. h.c. Ruth C. Cohn (1912–2010)
Begründerin der Themenzentrierten Interaktion (TZI)
Psychotherapeutin, Pädagogin, Humanistin und Poetin.

Foto: Walter Schels www.walterschels.com

TZI und Ruth C. Cohn

Ruth C. Cohn entwickelte in den 1950er/60er Jahren die Themenzentrierte Interaktion (TZI) – einen humanistischen Ansatz für wirksames Lernen, Leiten und Zusammenarbeiten.

TZI verbindet Psychoanalyse, Humanistische Psychologie, Gruppendynamik und Gestaltimpulse zu einer klaren Praxis mit Haltung.

1971 wurde Cohn in New York als „Psychologist of the Year“ ausgezeichnet

Ihr Leben

1912
Geburt in Berlin mit deutsch-jüdischer Abstammung
1931
-
1932
Studium der Nationalökonomie und Psychologie an den Universitäten Heidelberg und Berlin
1933
Flucht nach Zürich
ab 1933
Studium der Psychologie im Hauptfach sowie im Nebenfach vorklinische Medizin und Psychiatrie. Zusätzlich Studium der Pädagogik, Theologie, Literatur, Philosophie an der Universität Zürich. Ausbildung zur Psychoanalytikerin in der Internationalen Gesellschaft für Psychoanalyse
1941
-
1942
Ausbildung in Early Childhood Progressive Education an der Bankstreet School (später College) in New York City
1941
-
1944
Psychotherapeutische Studien, insbesondere der Arbeiten von Harry Stack Sullivan, am William Alanson White Institute in New York, Studien an der Columbia University, New York, Master's Degree (M.A.) und Abschluß als Diplompsychologin
1946
-
1972
Private psychotherapeutische Praxis in New York City, zunehmende Entfernung von der klassischen Psychoanalyse hin zur Erlebnistherapie
1948
-
1951
Mitbeteiligung am Aufbau der NPAP (National Psychological Association for Psychoanalysis)
1949
-
1973
Ausbildung in Gruppentherapie bei Pionieren wie Asya Kadis, Sandy Flowermann, Alexander Wolf u. a.
1955
Ruth C. Cohn initiiert einen Workshop zum Thema ""Gegenübertragung"", dessen Methodik zum Ausgangspunkt wird für die Themenzentrierten Interaktion (TZI)
1957
-
1973
Lehrtätigkeit am Center for Psychotherapy (später Center for Mental Health) in der Abteilung Gruppentherapie
ab 1962
Aktives Mitglied der American Academy of Psychotherapie, Treffpunkt von Vertretern neuer und klassischer psychotherapeutischer Methoden, u. a. George Bach, Firtz Perls, Carl Rogers, Virginia Satir, John Warkentin, Carl Whitaker
Anfang
60er
Ruth C. Cohn arbeitet erstmalig in Wirtschaftsunternehmen mit TZI
1965
-
1966
Zusatzausbildung in Gestalttherapie bei Fritz Perls
1966
Gründung des Workshop Institut for Living-Learning (WILL), dem Institut für Ausbildung, Forschung und Praxis von TZI (Theme Centered Interaction, TCI)
ab 1968
Ruth C. Cohn kommt wieder nach Europa: Internationaler Kongreß für Gruppenpsychotherapie in Wien, Lindauer Psychotherapiewochen, DAGG-Konferenz in Bonn, Psychotherapeutische Institut in London
1971
Psychologist of the Year Award, Auszeichnung der New York Society for Clinical Psychology
1972
Gründung von WILL Europa
1973
Gastprofessorin für TZI an der Clark University, Mass.
1974
Rückkehr nach Europa, seither Wohnsitz in CH-Hasliberg-Goldern Freie Praxis, sowie Lehrerin von TZI und Beraterin für das Kollegium in der Ecole d'Humanité in Hasliberg Goldern http://www.ecole.ch
1979
Verleihung der Ehrendoktorwürde (Dr. phil. h. c.) der Psychologischen Fakultät der Universität Hamburg
1986
Gründung von WILL International
1992
Verleihung des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland
1994
Verleihung der Ehrendoktorwürde (Dr. phil. h. c.) vom Institut für Psychologie der Philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern
2002
WILL International erhält den Namen seiner Gründerin und heißt seitdem Ruth Cohn Institute für TCI-international
2010
Gestorben in Düsseldorf am 30. Januar

Nachlass & Forschung

Seit 2022 ist der Nachlass von Ruth C. Cohn wissenschaftlich erschlossen und im Archiv der Humboldt-Universität zu Berlin zugänglich. Die Öffnung wurde in einem internationalen Symposium gewürdigt („Findbuch“). 

Erinnerungsorte

Am Montag, den 27. August 2012, wurde in der Mommsenstrasse 55 in Berlin-Charlottenburg eine Berliner Gedenktafel für Ruth C. Cohn enthüllt. Sie lebte bis 1933 in diesem Haus und wäre am Tag der Gedenktafelenthüllung 100 Jahre alt geworden.

Die Laudatio von Hansfried Nickel anläßlich der Gedenktafelenthüllung gibt Einblick in das Leben von Ruth C. Cohn.

Ruth C. Cohn verstarb am 30. Januar 2010. Sie wurde auf dem Waldfriedhof Langenfeld (Rheinland), Kapeller Weg beigesetzt.

Wegbeschreibung zur Grabstätte
Vom Parkplatz aus bitte den Eingang nehmen und dem asphaltierten Hauptweg geradeaus folgen; in den zweiten Nebenweg (vor den Urnenwänden) rechts hineingehen; nach circa 30 Metern auf der rechten Seite befindet sich die Grabstätte von Ruth C. Cohn.

Preise & Auszeichnungen

1971 Psychologist of the Year (New York Society for Clinical Psychology)

1979 Dr. phil. h. c., Universität Hamburg

1992 Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

1994 Dr. phil. h. c., Universität Bern

Zitate von Ruth C. Cohn